Gedanken zum 20. Sonntag nach Trinitatis

Fri, 23 Oct 2020 11:43:03 +0000 von Torsten Kahle

„Nobody is perfect“ heißt es in einem geflügelten Wort. Niemand ist perfekt. Wir alle nicht.

Wir alle machen Fehler. Wir verstehen nicht alle gleich schnell. Manche brauchen länger als andere. Die einen sind unserem geltenden Schönheitsideal nach zu dick, die anderen zu dünn. Je nach Kulturkreis haben wir nicht die ‚richtige‘ Hautfarbe. Gott selbst, der vollkommen ist, wurde einer von uns. Unvollkommen. Schwach. Hilfsbedürftig. Deshalb ist es ganz gegen Gottes Wille, wenn wir uns einer gegen den anderen in Überheblichkeit erheben. Denn jeden Menschen hat Gott aus Liebe nach seinem Ebenbild geschaffen. Auch, wenn er oder sie nach unseren Maßstäben, die selbst oft fehlerhaft sind, unvollkommen oder schwach ist.

Wie kleine Kinder vergessen wir oft, was gut für uns ist. So muss es Gott uns immer wieder sagen. Wie durch den Propheten Micha. Dessen Worte wurden zum Wochenspruch für die Woche ab dem 20. Sonntag nach Trinitatis:

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. (Buch des Propheten Micha, Kapitel 6, Vers 8)

In diesem Sinne möge uns das Gebet der Woche der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Deutschland durch diese Woche begleiten:


Du, Gott, sagst uns, was gut ist.
 Dein Wort zeigt uns,
 was gut ist und
 wie wir leben sollen.

Dein Wort zum Leben wünschen wir uns.
 Sprich es zu allen,
 die Entscheidungen für andere treffen:
 zu den Politikerinnen und Politikern,
 zu denen, die Recht sprechen,
 zu denen, die unser Zusammenleben schützen.
 Sprich dein Wort zum Leben –
 damit es gut ist.
 Höre uns und erbarme dich.

Du, Gott, sagst uns, was gut ist.
 Deine Liebe zeigt uns,
 was gut ist und
 wie wir leben sollen.


 Deine Liebe zum Leben wünschen wir uns.
 Umgib mit Liebe alle,
 die für andere da sind:
 alle, die sich um Kranke und Infizierte kümmern,
 die für uns sorgen,
 die sich denen in den Weg stellen,
 die keine Liebe haben.
 Zeig uns deine Liebe zum Leben –
 damit es gut ist.
 Höre uns und erbarme dich.

 Du, Gott, sagst uns, was gut ist.
 Deine Demut zeigt uns,
 was gut ist und
 wie wir leben sollen.

 Deine Demut wünschen wir uns.
 Lehre deine Demut alle,
 die das Leben anderer beeinflussen:
 alle, die unterrichten,
 die ihre Meinung veröffentlichen,
 die ihren Glauben bekennen.
 Lehre uns deine Demut,
 damit wir und deine Gemeinde so leben,
 wie es gut ist.

 Dein Wort, deine Liebe, deine Demut
 gib uns und deiner Welt.
 Darum bitten wir dich im Namen Jesu Christi.
Amen.
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